Im Zuge des Klimawandels und der geopolitischen Herausforderungen stehen uns massive gesellschaftliche Transformationen bevor. Dabei werden auch in der Arbeitswelt Widersprüche zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Ansprüchen sichtbar. Diese gilt es nicht gegen-, sondern miteinander auszutarieren, um die Zukunftsfähigkeit der Betriebe im Sinne eines holistischen Nachhaltigkeitsverständnisses zu gewährleisten. In diesem Kontext kommt der beruflichen Aus- und Weiterbildung ein zentraler Stellenwert zu. Einerseits bietet ein betriebliches Bildungsangebot die Möglichkeit, im Sinne der Nachhaltigkeit Kompetenzen wie Resilienz und Adaptionsfähigkeit zu fördern. Andererseits verspricht es auch einen Ansatzpunkt, um die notwendigen transformationsbedingten Veränderungen umfassend in die organisatorische Struktur der Unternehmen und die Lebenswelt von Beschäftigten und Management zu überführen. Dabei nehmen Ausbilder:innnen, Betriebsräte und Jugendausbildungsvertreter:innen eine Schlüsselposition ein. Als Multiplikator:innen können sie absehbar als breite Basis für den Erwerb von Kompetenzen dienen und diesen zugleich durch die Nähe zu den Beschäftigten adaptiv an deren Bedürfnisse anpassen.
An diesem Punkt setzt das Vorhaben BASINtech an. Das Projekt hat das Ziel, praxisnahe Weiterbildungsangebote zu entwickeln und zu erproben, um so die Zukunftsfähigkeit betrieblicher Ausbildung zu stärken. Entsprechend folgen wir einem partizipativen Forschungsdesign. Die Projektpartner werden also sowohl in den Analyse- als auch Umsetzungsprozess miteinbezogen. Soziale Nachhaltigkeit bildet dabei den zentralen Ansatz, um Ausbildung langfristig zukunftsfähig zu gestalten.
In der ersten Förderphase (2024-2026) haben wir uns aufgrund der Vielseitigkeit der Einsatzfelder auf die High-Tech-Branche fokussiert. Die dort beteiligten Forschungspartner produzieren Fortschrittstechnologie für die Medizin bis hin zur Lebensmitteltechnik und sind damit in beinahe jedem Bereich des alltäglichen Lebens vertreten. Auf ihren Bedarfen aufbauend wurde ein Weiterbildungsprogramm für Ausbilder:innnen und Betriebsräte geschaffen, das verschiedene relevante Schwerpunkte der sozialen Nachhaltigkeit wie psychische Gesundheit, Kommunikation, Arbeitsrecht und Strategiekompetenzen abdeckt.
In der zweiten Förderphase (2026-2028) findet eine Branchenerweiterung auf Unternehmen des verarbeitenden und chemischen Gewerbes statt, um das Projekt branchenübergreifend zu skalieren und die Transferfähigkeit zu erhöhen. Darüber hinaus werden die Lehrinhalte des Weiterbildungsangebots thematisch erweitert und die Zielgruppe um Jugendausbildungsvertreter:innen mit der Absicht ergänzt, deren Perspektiven einzubinden und eine größere Wirkung auf die Ausbildungskultur auszuüben. Das Weiterbildungsangebot wird nach Projektabschluss in das Lehrangebot der UoL integriert.


