„Ohne Studium würde mir etwas fehlen“

Simon Quack steht im Foyer der University of Labour vor dem Portrait von Hugo Sinzheimer im Hintergrund. Er hält sein Zeugnis in der Hand und lächelt.

Hallo Simon, herzlichen Glückwunsch zu deinem erfolgreichen Bachelor-Abschluss! Wie fühlst du dich jetzt?

Simon Quack: Dankeschön! Mir ist nach den drei Jahren jetzt schon ein ziemlicher Stein vom Herzen gefallen. Ich bin stolz auf meinen Bachelor, das war ein gutes Stück Arbeit. Wobei ich aber auch sagen muss: Ich habe die Zeit absolut genossen und bin motiviert, da weiterzumachen. Für mich ist etwas ganz Großes, das ich aus dem Studium mitnehme: Ich habe richtig Interesse an der Wissenschaft bekommen, am Studieren und Forschen. Vor dem Studium habe ich das für komplett unrealistisch gehalten.

Wie kam es, dass sich das dann geändert hat?

Das Studium war eine sehr neue Erfahrung für mich. Auch eine andere Bildungserfahrung. Besonders im Gegensatz zu meinem Fachabi, da war alles sehr formell, wir mussten die Lehrer siezen. Der Ton hier war ganz anders. Alle waren von Anfang an sehr offen und nahbar. Da kam dann auch schnell das Du und es war sehr leicht, Verbindungen mit den anderen aufzubauen. So kannte ich Bildung bisher nur aus dem betrieblich-gewerkschaftlichen Kontext. Wir lernen alle voneinander und pushen uns gegenseitig, auch wenn wir hier an einer Hochschule sind. Dadurch kam dann ganz natürlich so eine Freundschaftsbasis mit den Dozierenden und Mitstudierenden auf. Das erleichtert so einiges beim Studieren. Mit Vielen habe ich auch jetzt nach dem Studium noch Kontakt.

Würdest du sagen, dass auch du selbst dich im Studium verändert hast?

Definitiv. Ich habe jetzt ein ganz anderes Fundament, auf das ich mich stützen und beziehen kann. Das hilft mir total, ganz besonders natürlich in Bildungsfragen. In meinem Betrieb kann ich gerade ein riesiges Packet Wissen, Methodik und Didaktik aus dem Studium direkt in meine Arbeit integrieren. Im Studium ging es immer auch darum, etwas praktisch umzusetzen und dabei die wissenschaftlichen Fundamente zu nutzen. Letztlich habe ich im Studium eine Sicherheit und Handlungsfähigkeit bekommen, die ich in der reinen Praxis so gar nicht bekommen könnte, auch jenseits des Fachlichen. Ich traue mir jetzt auch mehr zu. Ich war schon immer jemand, der auch mal was sagt und kritisch hinterfragt. Dafür habe ich jetzt genau das richtige Fundament.

Du hast gerade auch den Praxisbezug erwähnt. Welche Rolle hat da dein Praxisprojekt gespielt?

Während meiner Zeit als Jugend- und Auszubildendenvertreter wurde ich immer wieder als Ansprechpartner in Fragen der Transformation hin zu erneuerbaren Energien eingebunden. Dadurch konnte ich Einblicke gewinnen, wie sich mein Unternehmen in Richtung erneuerbare Energien entwickeln wollte. Da hab mir gedacht: „Hey, das ist ein total cooles Feld, da möchte ich irgendwie mitwirken.“ So bin ich dann auf meine Idee gekommen, ein Ausbildungskonzept zu entwickeln, das zu den „neuen“ Unternehmensstrukturen und den veränderten Anforderungen passt. Und daran habe ich eigentlich mein gesamtes Studium lang gearbeitet.

Und dazu hast du dann auch deine Abschlussarbeit geschrieben?

Ja, genau. Ausgehend von dem Ausbildungskonzept, das sich zunächst vor allem auf die Ausbildung von Servicetechniker:innen konzentriert hat, habe ich in meiner Bachelorarbeit das Feld dann bewusst weiter gefasst. Ich habe allgemein untersucht, wie eine Ausbildung zum Servicetechniker:in im Bereich der erneuerbaren Energien gestaltet sein sollte und bin dabei unteranderem der Frage nachgegangen, ob es perspektivisch eine eigenständige, spezifische Ausbildung für diesen Bereich geben sollte.

Was ist dann daraus geworden?

Darüber habe ich mich dann besonders gefreut: Meine Überlegungen aus der Projektarbeit wurden dann auch ziemlich genau umgesetzt. Das war schon ein besonderer Moment und hat mir auch noch mal gezeigt, wie stark hier Praxis und Theorie miteinander verbunden werden, dass meine Projektarbeit dann bei uns im Unternehmen wirklich was bewirkt hat. Zusätzlich kann ich die Erkenntnisse aus meiner Bachelorarbeit nun gezielt nutzen, um das bereits laufende Ausbildungsprogramm weiter zu optimieren und damit eine noch qualitativ hochwertigere Ausbildung zu ermöglichen. Darüber hinaus kann ich meine inzwischen erworbene Bildungsexpertise auch in weiteren Fachgebieten einbringen – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch gegebenenfalls an anderen Stellen.

Hast du schon eine Idee, wie es jetzt für dich als frischer Absolvent weitergeht?

Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie ich mich auf der Heimfahrt nach dem Abschluss gefragt habe: „Was mach ich denn jetzt?“ (lacht). Es ist schon lustig, wie sich mein Blick auf ein Studium verändert hat. Vor der Aufnahmeprüfung war ich mir noch unsicher, ob ich die überhaupt schaffe. Und jetzt nach dem Abschluss habe ich fast das Gefühl, dass mir ohne Studium etwas fehlt. Da war dann schnell die Überlegung: Das hat mir so viel Spaß gemacht, ich würde gerne weitermachen. Deshalb ist für mich vollkommen klar, dass ich jetzt auch im MBA an der University of Labour weiterstudieren werde. Darauf freue ich mich schon sehr.

Das war eigentlich schon das perfekte Ende. Aber eine Frage ist mir noch wichtig: Was möchtest du anderen Studierenden und Studieninteressierten mit auf den Weg geben?

Offen für Neues sein, bleibt wissbegierig. Vielleicht spricht jetzt auch der Bildungswissenschaftler aus mir, wenn das sage. Wenn man erstmal versteht, was Bildung für ein wertvolles Gut ist, dann kommt man auch selbst nur schwer davon los, sich immer weiter bilden zu wollen. Auch das hat sich bei mir sehr verändert. Ich selbst hätte mich überhaupt nicht als guten Schüler bezeichnet, ich war eher faul. Dafür war ich dann ein ganz guter Auszubildender. Das Studium hat mir dann so richtig die Augen geöffnet. Da habe ich auch an mir selbst erlebt, wie wertvoll Bildung sein kann. Allen, die über diesen Weg nachdenken, kann ich nur sagen: Macht das! Ihr werdet in so vielfältiger Weise vom Studium profitieren und an der UoL dabei sogar sehr viel Spaß haben.